19.10.2021

Freisprechungsfeier 2021

Das Sideboard aus Lärche kommt auf Platz eins

von links: Obermeister der Schreinerinnung Donau-Ries, Erwin Gufler, Thomas Briegel (Prüfungsbester), Niklas Sailer (1. Preis „Die Gute Form“), Pia Mayer (2. Preis „Die Gute Form“), Sophie Eger (3. Preis „Die Gute Form“), Wolfgang Winter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dillingen-Nördlingen (Foto: Helga Egetenmeier)

Für dieses Sideboard aus Lärche bekam Niklas Sailer den ersten Preis beim Wettbewerb „Die gute Form“. (Foto: Helga Egetenmeier)

Unter der Holzdecke der Alten Schranne hat die Freisprechungsfeier der Schreinerinnungen Donau-Ries und Dillingen stattgefunden. Ihr schloss sich die Preisverleihung des Wettbewerbs „Die Gute Form“ an, bei der herausragende Gesellenstücke gewürdigt wurden. Erwin Gufler, Obermeister der Schreiner-Innung Donau-Ries, freute sich, dass die Feier unter Einhaltung der Corona-Regeln stattfinden konnte.
„Ein Meilenstein auf Ihrem Lebensweg ist geschafft“, wandte sich Gufler an die Lehrlinge. Auch wenn im Dezember für einige Wochen Home Schooling nötig war, konnten die Prüfungen im Juli regulär abgelegt werden. Er wies auf den hart erarbeiteten Abschluss hin und bedankte sich bei den Lehrenden und den Eltern für deren Unterstützung. Das Schreiner-Handwerk bräuchte Menschen, die ihren Beruf mit Leidenschaft, Freude und Idealismus ausübten. Wolfgang Winter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dillingen-Nördlingen, gratulierte den freigesprochenen Lehrlingen zu ihrer klugen Entscheidung für einen Handwerksberuf. Zum 17. Mal vergaben die Sparkassen aus den Landkreisen an diesem Abend ihre drei Design-Preise des Wettbewerbs „Die Gute Form“ im Wert von 700 Euro.
Claudia Marb, stellvertretende Landrätin für den Donau-Ries-Kreis beglückwünschte die Lehrlinge, die mit Ausdauer, Zielstrebigkeit, Können und Kreativität ihre Gesellenprüfung bestanden hätten. Im Anschluss wies Wolfgang Fackler, CSU-Landtagsabgeordneter, auf die Vorteile der dualen Ausbildung hin, und Johann Häusler, FW-Landtagsabgeordneter, betonte, dass die Lehrlinge sich mit ihrer Berufswahl für ein, wie Corona gezeigt hätte, systemrelevantes Handwerk, entschieden haben.
Nach einem Musikstück der Band „Acoustic Mood“, die den Festakt begleitete, hielt die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Nördlingen, Rita Ortler, die Festrede zur Freisprechung. Darin betonte sie, dass eine Handwerk-Lehre ein solides Fundament sei, und konkretisierte: „Jedes Unternehmen ist so gut, wie die Menschen, die darin arbeiten.“ Ortler hob die Tradition der Handwerkskunst in Nördlingen hervor. Zur Zeit seien 260 Betriebe angemeldet. Sie freute sich über den großen weiblichen Anteil in diesem Abschlussjahr und bedankte sich bei den Ausbildungsbetrieben für ihr Engagement.
Anschließend übernahmen Obermeister Gufler und Prüfungsausschussvorsitzender Fritz Funk die Freisprechung mit Zeugnisübergabe. Unter den 22 Prüflingen, seien vier Frauen, einer habe abgebrochen, so Gufler. Mit dem Satz „Kraft meines Amtes entlasse ich Sie aus den Pflichten der Ausbildung und erhebe Sie in den Gesellenstand“ übergab er die Urkunden. Als Prüfungsbester, der zugleich Schulbester im Fachbereich Holz in seinem Jahrgang mit der Note eins war, wurde Thomas Briegel geehrt. Ausgebildet von der Schreinerei Miller GmbH in Altenmünster-Neumünster nannte er sein Gesellenstück eine „Fassbare Garderobe“, gebaut mit Fassdauben.
Es folgte die Laudatio von Fritz Funk zum Wettbewerb „Die Gute Form“. Darin erklärte der Redner die vielfältigen Kriterien, wie Originalität und Funktionalität, nach denen die Gesellenstücke bewertet wurden. Den dritten Preis erhielt Sophie Eger für ihr Gesellenstück „Sitzen am Kastanienbaum“, den zweiten Preis bekam Pia Mayer für ihr Stehpult „Unendlich“. Der erste Preis ging an Niklas Sailer, ausgebildet bei der Schreinerei Günther Schmid, Holzheim. Jurymitglied Katrin Ott begründete ihre Entscheidung für dessen Sideboard aus Lärche damit, dass dieses, auf den ersten Blick schlicht erscheinende Möbelstück, ein raffiniertes Meisterwerk sei.
Zum Abschluss lud Gufler alle Anwesenden auf einen Schaufensterbummel ein. Zwölf Gesellenstücke sind für die nächsten drei Wochen als Dekoration in die Auslagen der Firma Steingass integriert und dort, beschriftet mit Name und Bezeichnung, zu besichtigen.

(Text: Helga Egetenmeier)