05.10.2022

Freisprechungfeier 2022

Gesellenstücke im Kaufhaus

Für die Freisprechungsfeier hat die Schreinerinnung Donau-Ries/Dillingen einen ungewöhnlichen Ort gewählt: Das Kaufhaus Woha. Bis 9. Oktober läuft dort eine Ausstellung.

 

Donauwörth
Ungewöhnlich und beeindruckend, so kann die Freisprechungsfeier der Schreinerinnung Donau-Ries und Dillingen sowie die 18. Auflage des Wettbewerbs „Die gute Form“ in diesem Jahr beschrieben werden. Ungewöhnlich – wer kann sich eine solche Abschlussfeier im Kaufhaus Woha in Donauwörth vorstellen? Seine Kollegen nicht, wie Lehrlingswart Fritz Funk am Ende der gelungenen Veranstaltung mit einem Schmunzeln erkläre. Eingerahmt von der neuesten Damenmode verschafften die eigens dazwischen platzierten Gesellenstücken, war die jungen Schreiner – darunter auch vier Frauen – draufhaben. Der Donau-Rieser Innungsobermeister Erwin Gufler sprach den Nachwuchs von den Pflichten der Ausbildung frei und erhob sie in den Gesellenstand. Als Besten zeichneten Obermeister Gufler und sein Dillinger Kollege Stefan Stricker „mit einer sehr, sehr guten Zwei in der Praxis und einer Eins in der Theorie“ Matthias Forster von der Schreinerei Geppert in Rain aus. Über die gelungene Verbindung von Handel und Handwerk freute sich Woha-Geschäftsführer Ulf Kißling ebenso wie Johann Natzer von der Sparkasse Donauwörth. So könnten auch so manche die Gesellenstücke sehen, die sonst nie damit in Verbindung kommen würden. Als das Rückgrat der Wirtschaft, das es zu unterstützen gelte, bezeichnete Landtagsabgeordneter Johann Häusler (FW) das Handwerk. Heike Ritzka, Rektorin der Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth, wünschte sich in ihrer Festansprache, dass die gesellschaftliche Wertschätzung dieser anspruchsvollen und krisensicheren Berufe steige. Angesichts der Gesellenstücke, die sie im Kaufhaus anhand der orangefarbenen Fußspuren gefunden hat, hob Ritzka heraus: „Sie haben pfiffige Ideen, sind kreativ, können tüfteln und planen und diese Planung in einwandfreier Qualität praktisch umsetzen.“ Während die theoretische und praktische Prüfung in der Schule unter Aufsicht stattfindet, fertigen die Auszubildenden ihr selbst entworfenes Gesellenstück im Ausbildungsbetrieb. Wer die Ausstellung im Woha anschaut, darf auf einer Gewinnspielkarte seinen Favoriten eintragen. Ob es auch der Barschrank von Benedikt Wolf ist, der die Jury um Architektin Katrin Ott mit vielen pfiffigen Details überzeugt hat? Der wird übrigens nach der Ausstellung bei dem 19-jährigen daheim im Wohnzimmer seinen Platz finden, wie der junge Mann erzählt, der bei Innenausbau Franz-Josef Wolf in Marktoffingen gelernt hat. Oder der Garderobenschrank von Johannes Krätschmer, der bei der Schreinerei Günther Schmid in Holzheim-Stadel tätig ist? Der landete bei der Jury auf Platz zwei und das Küchenschränkchen von Simon Rutz von der Möbelschreinerei Michel aus Marktoffingen auf dem dritten Platz. Die ausgelobten Sieger erhielten jeweils ein Preisgeld, gesponsert von der Sparkasse Donauwörth. Außerdem hat sich damit der Innungssieger für den Wettbewerb „Die gute Form“ auf Landesebene qualifiziert. Die Teilnehmer des Gewinnspiels, das noch bis zum Marktsonntag, 9. Oktober, läuft, dürfen auf einen Woha-Einkaufsgutschein über 250 Euro hoffen (AZ)

Fotos: Bunk